AUKTION KUNST & ANTIQUITÄTEN
AM 12. SEPTEMBER 2009
(99) VAN VALCKENBORCH, LUCAS
1530/35 Malines - Frankfurt 1597 (zugesch.)
Flußlandschaft mit Bauernhaus, Reitern und Personenstaffage
Öl auf Leinwand (doubl.), 39 cm x 53 cm, Rahmen.
Der um 1530/35 im belgischen Malines (dt. Mecheln) geborene Lucas van Valckenboch ist ein
bedeutender flämischer Maler und gehörte zu einer südniederländischen Künstlerfamilie, die
nachweislich im 16. und 17. Jahrhundert tätig war.
Lucas van Valckenboch flieht 1566 aus Flandern, nach einem kurzen Aufenthalt in Liège
(begleitet von Hans Vredemann de Vries) arbeitet er ab 1570 in Antwerpen im Dienste
Erzherzogs Matthias. Er begleitet dessen Reisen und arbeitet 1581 in Linz, ab 1594 bis zu
seinem Tode dann in Frankfurt am Main.
Charakteristisch für den Künstler ist das ausgewogene Verhältnis von topographisch genauen
Landschaftsausschnitten in Kombination mit Genreszenen. Seine Landschaften zeichnen sich
meist durch ein kleines Format und eine besonders hohe Detailgenauigkeit aus. Gebirgs- und
Bauernlandschaften erhalten durch Hütten, Jäger und Reiter, die Darstellung von
Bauernhochzeiten oder Festen, ein erzählerisches Moment. Wichtiges Kennzeichen ist zudem
die Farbgebung mit Tendenz zu einer eher tonigen Malweise. Oft nutzt er das Monogramm LVV.
In Stil und Komposition stehen die Arbeiten Gillis van Coninxloo nahe und sind beeinflusst
von der Malerei Pieter Brueghels d.Ä. Einen großen Bestand seiner Arbeiten hat das Wiener
Kunsthistorische Museum aufzuweisen.
Literatur: Bernt, Walther: Die Niederländischen Maler des 17. Jahrhunderts. Bd. 3, 3.
Aufl., München 1970.
Guratzsch, Herwig: Die goldenen Jahrhunderte der niederländischen Malerei. Amsterdam 1979,
S.293.
€ 8000 ,-