SONDERAUKTION BEDEUTENDE IKONEN
AM 11. DEZEMBER 2009
(22) KÖNIGSPFORTE MIT MARIAE VERKÜNDIGUNG
Zwei hochrechteckige Laubholztafeln mit halbkreisbogenartigem Abschluss und bekrönender
Rundaureole. Tempera auf Kreidegrund. Konturritzung. Von roter Bordüre gerahmte und in
jeweils drei gegenüberliegenden Bildfeldern unterteilte zweiflügelige Königspforte. In den
beiden unteren Bildfeldern Floraldekor vor orangefarbenem Fond. Mittig links ganzfigurige
Darstellung des Erzengels Gabriel, der die Rechte im Segensgestus erhoben hat und in der
Linken die weiße Lilie als Zeichen der Reinheit und Jungfräulichkeit Mariae hält. Rechts
erscheint in demütiger Haltung die Gottesmutter. Von links oben führt ein Strahl, der von
der Hand des Alten der Tage ausgeht, direkt zu Maria. In den beiden oberen Bildfeldern
sind die alttestamentarischen Propheten David und Jesaja (?) dargestellt. Min. rest., 120
cm x 63 cm.
Mazedonien, Ende 18. Jh.
Die mittlere Tür der Ikonostase ist die Königstür. Sie wird auch Zarentür, Königspforte
oder Heilige Pforte genannt. Sie führt in das Allerheiligste sowie zum Altar und darf nur
von zelebrierenden Priestern durchschritten werden. Das ikonographische Programm der
orthodoxen Kirche befiehlt die Darstellung der Verkündigung Mariens an dieser zentralen
Stelle der Durchführung der sieben 'Mysterien': auf dem rechten Türflügel wird der
Erzengel Gabriel und auf dem linken die Jungfrau Maria abgebildet. Die Szene begleiten
grundsätzlich die vier Evangelisten bei der Abfassung der Evangelien oder die vier
Kirchenväter.
€ 7500 ,-