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SONDERAUKTION BEDEUTENDE IKONEN
AM 11. DEZEMBER 2009
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(32)   HEILIGER GEORG DER DRACHENTÖTER (MIT SILBEROKLAD)
Schwere und massive Hartholz-Einzeltafel. Tempera auf Kreidegrund. Gewandung und Zaumzeug

des Pferdes teilweise mit Golddispersion. Himmelsgrund partiell vergoldet. Von

getriebener, vegetabiler Bordüre gerahmte ganzfigurige Darstellung des auf dem Pferde

reitenden Heiligen Georg. Mit der Lanze erlegt er den Drachen zu seinen Füßen. Im

Hintergrund erscheinen auf der Burg der König und die Königin, die, wie die Königstochter

davor, dem Geschehen beiwohnen. Oklad oben seitlich zweimal punziert mit Feingehaltsmarke

'900'. Am oberen linken Bildrand mit griechischer Bezeichnung. Verso auf der Holzplatte

mit griechischer Inschrift und Datierung '1817'. Min. rest., 38 cm x 30 cm.

Griechenland, datiert 1817.

Die Legende besagt, dass in einem See vor der Stadt Silena in Libya ein Drache lebte.

Täglich mussten ihm zwei Schafe geopfert werden. Nachdem der Vorrat an Schafen zu Ende

gegangen war, wurde ein Mensch als neues Opfer bestimmt. Eines Tages fiel das Los auf die

Tochter des Königs. Nach einem herzzerreisenden Abschied von den Eltern ging die

Königstochter zum See hinaus. Da erschien Georg und bohrt dem Untier die Lanze in die

Kehle. Er ließ die halbtote Bestie von der Königstochter in die Stadt bringen. Beeindruckt

von dem Mut und dem Glauben Georgs ließen die Einwohner sich mitsamt ihrem König taufen

und Georg tötete den Drachen endgültig. Das Vorbild hierfür ist wahrscheinlich der Kampf

Michaels mit dem Drachen in der Geheimen Offenbarung.

Die Gestalt des Heiligen Georg ist von Legende übersäht. Lediglich seine schon früh

einsetzende kultische Verehrung verweist auf sein Martyrium und seine historische

Herkunft. Er stammte angeblich aus Kappadokien (östl. Türkei), sein Vater war persischer,

seine Mutter kappadokischer Herkunft. Georg diente als hoher Offizier im Heeresdienst des

römischen Kaisers. Als Anhänger Christi übte er Nächstenliebe an den Armen. Als er sich

weigerte den Göttern ein Opfer darzubringen wurde er eingekerkert und muss ein

schreckliches Martyrium erleiden. Christus soll ihm im Kerker erschienen sein und ihm ein

siebenjähriges Leiden vorausgesagt haben. Dreimal werde er sterben und dreimal wieder

auferstehen. So wurde er auf das Rad geflochten, 60 Nägel ihm in den Kopf getrieben und

letztendlich mit Pferden gevierteilt. Georg stirbt als Bekenner Christi im Jahre 303. In

Griechenland zählt Georg zu den großen Soldatenheiligen und wird als Großmärtyrer verehrt.

Im Abendland erlebte seine Verehrung erst im Mittelalter ihre Hochzeit. Noch vor dem 12.

Jh. wurden ihm viele Kirchen geweiht, wie in Prag, Limburg und Bamberg. Georg wurde der

Schirmherr der Ritter, insbesondere der Kreuzfahrer und Deutsch Ordensritter. In Novgorod

wurden die Kirchenspiele nach ihm benannt, sein Bild wurde Staatswappen und in Moskau auf

Münzen geprägt. Das Land zwischen großem und kleinem Kaukasus wurde nach ihm 'Georgien'

benannt. In Italien stellte die Republik Genua die Staatsbank unter seinen Schutz. Sein

Festtag ist der 23. April. Er zählt zu den 14 Nothelfern und ist Patron der Bauern, der

Gefangenen, der Reiter, der Pferde und des Viehs.

€ 2800 ,-
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