AUKTION KUNST & ANTIQUITÄTEN
AM 10. MÄRZ 2012
(187) ISTÓKOVITS, KÁLMÁN
1898 Siklós (Ungarn) - Budapest 1990
Tanz mit dem Tod
Öl auf Leinwand (doubl.), 204 cm x 258 cm, unten links signiert und datiert 'Istokovits
Kálmán 1928', rest., am unteren Randbereich part. Farbverluste, Rahmen.
Der ungarische Künstler Kálmán Istókovits, ab 1922 an der Ungarischen Kunstakademie
Schüler bei Gyula Rudnay, dessen Arbeit zunächst Istókovits Vorbild sein wird. Schnell
steigt die Bekanntheit und Popularität des jungen Künstlers, er wird künstlerisch auf eine
Stufe mit seinem einstigen Lehrer gestellt. Heute sind seine Bilder weltweit vertreten,
sowohl in Museen wie z.B. den Uffizien in Florenz, in Galerien und auch in privaten
Sammlungen, nachweislich in Ungarn, den Vereinigten Staaten und Deutschland. In dem hier
vorgestellten, großformatigen Gemälde thematisiert der Künstler das Motiv des Tanzes mit
dem Tod. Auf einem bäuerlichen Fest tanzt der Tod, hier rechts im Gemälde, nur anhand der
Maske zu erkennen, mit einer jungen Frau. Engumschlungen sind die beiden Figuren in der
leidenschaftlichen Bewegung verbunden. Der Tod erhebt anmutig im Tanz den linken Arm. Eine
zweite Figurengruppe auf der linken Bildseite korrespondiert mit dem tanzenden Paar. Die
weibliche Figur auf der linken Bildseite beobachtet zusammen mit einem männlichen Gast die
Szene, geradezu hypnotisiert, gefangen von der leidenschaftlichen Szene, die Bewegung des
erhobenen Armes wie als Antwort erwiedern wollend. Ihr Begleiter steht hinter ihr, die
Hände fest auf ihren Schultern, als müsse er sie abhalten, dem tanzenden Paar zu folgen.
Im 15. und 16. Jahrhundert, den Tod allein durch Pest, Cholera, Armut und Krieg
allgengenwärtig vor Augen, verbreitet sich das Thema des Totentanzes in der bildenden
Kunst und Literatur. Prominente Beispiele hierfür sind z.B. die Wandgemälde in 'La
Chaise-Dieu' (Auvergne) und in der Marienkirche von Lübeck. In der Literatur findet man
das Thema schon bei Petrarca, auch Goethe oder Thomas Mann bearbeiteten die Vorstellung
vom Tod, der jeden, unabhängig von Rang und Stellung und in jedem, noch so alltäglichen
und profanen Moment, zu sich zu holen vermag.
€ 17000 ,-