Auktions-Vorberichte

Vorbericht zur 87.+88 Auktion:

KUNST & ANTIQUITÄTEN | AUSGEWÄHLTE MEISTERWERKE

Donnerstag - Samstag | 20.-22. September 2018

 

Frivole Erotik und fantastische Seemonster

 

Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf präsentiert zum Auftakt der Herbstsaison vom 20.-22. September 2018 eine vielfältige Offerte von rund 2500 erlesenen Objekten. Zahlreiche Sammlerstücke konnten aus privaten Sammlungen akquiriert werden, um die Herzen der Kunstliebhaber höher schlagen zu lassen.

 

Der Bereich der Alten Meister besticht mit Gegensätzen der christlichen Passion und galanten Szenen. So wird von Frans Francken dem Jüngeren (1581-1642) ein Gemälde mit dem Passionsweg Christi angeboten. Neben den überwiegend kleinformatigen Kabinettstücken mit religiösen, mythologischen oder allegorischen Themen fertigte der bekannteste Vertreter der flämischen Malerfamilie Francken ebenso einige große Altargemälde. Das hier präsentierte Bild zeigt in einem Aufbau von neun Feldern ausgewählte Szenen aus dem Passionsweg. Optisch wird dabei die polychrome zentrale Hauptszene mit Christi am Kreuz hervorgehoben, indem die umlaufenden Felder zurückhaltend monochrom gehalten sind (Limit 2.800,- €).

 

Einen frivolen Kontrast zu Franckens Gemälde bildet die Darstellung einer galanten Szene von Louis-Michel van Loo (1707-1771). Nachdem der Maler des Rokokos als Hofmaler in Spanien tätig war, arbeitete er neben dem Hofmaler François Boucher, welchen er bereits in den 1720er Jahren kennengelernt hatte, für den französischen Hof. Die erotische Szene des angebotenen Gemäldes erinnert dabei stark an die lasziv-mythologischen Gemälde Bouchers. In dem angebotenen Gemälde macht ein galanter kniender Herr einer Dame den Hof, während ein kleiner Amor der Dame drängend die Korsage öffnet. Die Szenerie wird im Hintergrund von einem Mann in einem Baum versteckt beobachtet (Limit 18.000,- €).

 

Zudem kommt ein opulentes Blumenstillleben von Pieter Faes (1750-1814). Der Mitbegründer der Künstlervereinigung ‚Konstmaatschappij‘ zur Förderung und Anerkennung der Mitglieder, ist bekannt für seine prachtvollen Stillleben mit einer harmonischen und weichen Farbpalette.  Maria Christina von Österreich gab selbst eine Reihe von Gemälden in Auftrag (Limit 15.000,- €).

 

Unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts sticht ein Gemälde Heinrich Hermanns (1862-1942) hervor. Der Künstler der Düsseldorfer Schule hatte eine Vorliebe für Landschaften der Niederlande, wohin er Studienreisen unternommen hatte. Das Gemälde einer rheinischen Privatsammlung zeigt eine stimmungsvolle Darstellung des Fischmarktes in Dordrecht. Nicht nur das bunte Treiben der Menschen vor dem Marktstand hat Hermanns feinsinnig dargestellt. Auch die spezielle Atmosphäre des reflektierenden Wassers mit der sich spiegelnden Umgebung wurde gekonnt und ausdruckvoll eingefangen (Limit 5.000,- €).

 

Das Kunsthandwerk beeindruckt mit maritimen Themen. Ein seltener Becher mit Unterschale aus dem Brühlschen Schwanenservice zeigt das namengebende reliefierte Schwanenpaar rhythmisch umspielt von Wellen, Muscheln, Schilf und zwei Reihern. Eingerahmt wird die zart weiße Reliefdarstellung von feiner indischer Blumenmalerei, dem Allianzwappen des Grafen Heinrich von Brühl sowie einer üppigen Goldkante. Johann Joachim Kaendler, Johann Friedrich Eberlein und Johann Gottlieb Ehder schufen nach mehrjährigen Probearbeiten zwischen 1737 und 1742 mit dem Service das größte Meisterwerk barocker Porzellankunst für den Grafen von Brühl. Von den ursprünglich über 2000 Einzelteilen, welche neben maritimen Themen auch mythologische Bildwelten zeigen, kann die Becherform durchaus als Rarität bezeichnet werden (Limit 25.000- €).

 

Neben den in aller Ruhe treibenden Schwanenpaar zeigt sich ein prunkvoller Silberpokal in Form eines Schiffes eher wie auf wilder See segelnd. Das in Ulm um 1570 gefertigte Prunkstück hat einen eleganten Schaft mit einem Delfin zwischen stilisierten Wellen. Der Korpus des Schiffes, gleichzeitig die Trinkschale, ist dekoriert mit Wellen und fantasievollen Seemonstern. Die Schiffsbesatzung besteht aus fünf vergoldeten Matrosen, wovon einer über dem aufgeblasenen Segel im Krähennest nach drohendem Unheil Ausschau hält. Gefäße in Schiffsform, Nefs, waren bis ins 19. Jh. beliebte Trinkgefäße und wurden bereits im Mittelalter in Frankreich und Deutschland als Geschenke oder Statussymbole verwendet (Limit 35.000,- €).

 

Hoch in die Lüfte steigt wiederum die Ikarus-Skulptur von Peter Breuer (1856-1930). Die Darstellung zeigt den Jüngling der griechischen Sage mit ausgebreiteten Armen und den aufgesetzten Flügeln, welche sein Vater zur Erlösung aus dem Labyrinth des Minotaurus gebaut hatte. Die Ikarus-Skulptur wurde 1914 für das Otto-Lilienthal-Denkmal am Teltowkanal entworfen. Der deutsche Luftfahrtpionier absolvierte die ersten erfolgreichen Gleitflüge und war Vorreiter von Tragflächen und angetriebenen Flugzeugen (Limit 6.000,- €).

 

Highlight im Bereich der Asiatischen Kunst ist unter anderem ein Bodhisattva Maitreya  der Qing-Dynastie. Der Buddha der Zukunft wurde aus vergoldeter Bronze gefertigt und trägt im Boden eine Marke in Form eines Vishva-Vajra. Die Figur sitzt mit leicht geneigtem Kopf im Lotossitz auf einem doppelten Lotosthron. Das Gesicht ziert ein friedliches Lächeln. Die schmalen Hände zeigen Dharmacakra-Mudra vor der Brust. Die reiche und fein gearbeitete Dekoration zeigt zwei geschlossene Lotosblumen an den Schultern. Kopf, Ohren und Brust sind ebenso reichlich verziert (Limit 20.000,- €).

 

Weitaus einfacher zeigt sich die Grundform einer seltenen Teeschale Jianzha aus der Song-Dynastie. Die Schale überzeugt jedoch mit schwarz-brauner Glasur, welche eine typische Betonung mit raffinierten Effekten zeigt. Während der Song-Dynastie erfuhren diese Keramiken ein hohes Prestige. So ist diese Schale mit einer 'Gongyu' Marke versehen, welche somit dem kaiserlichen Hof angeboten wurde (Limit 8.000,- €).

 

Hinzu kommt ein tibetisches Gebetsbuch aus dem 16./17. Jahrhundert mit Seiten aus Indigopapier und eleganten Schriftzeichen in Gold und Silber. Die Schrift hebt sich auf äußerst feine Art von dem eleganten Blau der Seiten ab. Zusammengehalten werden die Seiten von Buchdeckeln aus Hartholz, welche mit feinen bestickten Bändern zusammengebunden werden (Limit 18.000,- €).

 

 

Vorbericht zur 86. Auktion:

SCHMUCK | JUWELEN & TASCHENUHREN

Samstag | 09. Juni 2018

 

Man sieht nur mit dem Herzen gut

 

Die Frühjahrs-Offerte zu ‚Schmuck, Juwelen & Taschenuhren‘ bei Hargesheimer Kunstauktionen präsentiert eine umfangreiche Auswahl hochkarätiger Schmuckstücke aus allen Epochen mit feinsten Goldschmiedearbeiten aus dem 19. Jahrhundert sowie modernen Preziosen renommierter Häuser wie Cartier und  zeitgenössischen Designer-Objekten. Besonderes Highlight ist eine Sammlung ungefasster Edelsteine, welche mit IGI-Expertise (International Gemological Institute) aus Antwerpen ausgestattet sind. Hinzu kommt eine große Sammlungsauflösung mit Jugendstilschmuck namhafter Hersteller aus  Pforzheim und Erbach, deren Stücke einen zeitlosen Charme besitzen.

Unter den historischen Stücken besticht ein funkelndes Diamentcollier, welches um 1800-1820 gefertigt wurde und die Herzen der Damen höher schlagen lassen wird. Die Glieder sind jeweils besetzt mit drei Diamanten im Altschliff sowie Diamantrosen und bilden eine elegante Komposition (Limit 2.800,- €).

Passend zu dem Collier gesellt sich ein Paar historischer Diamant-Ohrringe. Die Diamanten sind dabei äußerst elegant an ornamentalen Hauptstücken arrangiert, von welchen jeweils drei längliche Elemente mit im Verlauf angeordneten Diamanten herabhängen (Limit 7.000,- €).

Ein sommerliches Strahlen auf das Gesicht jeder Schmuck-Liebhaberin bringt mit Sicherheit ein Ring mit Rubellit und Brilliantbesatz. Der rechteckig facettierte Rubellit (Turmalin) von ca. 14,03 ct. leuchtet farblich in einem schönen Rotton. Seitlich ergänzt wird der Rubellit durch insgesamt zehn Brillianten (Limit 3.500,- €).

Für Uhrenliebhaber kommen qualitätsvolle und traditionsreiche Hersteller auf den Plan. So werden Armbanduhren und  Chronographen von IWC, Cartier und Chopard aufgerufen. Die Taschenuhren bestechen mit Namen wie Sandoz & Breitmeyer sowie einer Spindeluhr von William Tarleton aus Liverpool aus dem 18. Jh. Dabei kann ein Fliegeruhr-Chronograph von IWC Schaffhausen auftrumpfen. Die Sonderedition ‚Le petit prince‘ verfügt in hohem Maße über die typischen Qualitätswerte wie Präzision, Funktionalität und Zuverlässigkeit und ehrt mit seinem stilvollen nachtblauem Ziffernblatt den französischen Pilot und Dichter Antoine de Saint-Exupéry. So ist die Rückseite mit einer Gravur versehen, welche den kleinen Prinzen mit Mantel und Degen zeigt (Limit 3.700,- €).

 

 

Vorbericht zur 85. Auktion:

MODERNE & ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Freitag | 08. Juni 2018

 

Lichte Landschaft und leuchtende Karpfen

 

Die Auktion ‘Moderne & Zeitgenössische Kunst’ bei Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf präsentiert am 8. Juni eine ausgewählte Offerte von knapp 300 Kunstwerken. Darunter werden aus Privatsammlungen Meisterwerke der klassischen Moderne sowie internationaler Künstler der Düsseldorfer Kunstakademie angeboten.

Von Eduard Bargheer (1901 Hamburg - 1979 Hamburg) wird ein Gemälde angeboten, welches in Licht und Farbe harmonisiert. Der Künstler war ein bedeutender Vertreter der Hamburgischen Sezession und Teilnehmer der Biennale Venedig 1948 und der 1. und 2. documenta 1955 und 1959. Seine erste Italienreise 1925 prägte eine lebenslange Zuneigung zu dem Land, wohin er sich während der NS-Zeit zurückzog. Sein Oeuvre ist geprägt von einer hellen, oft mosaikartigen Bildsprache mit einer abstrahierenden Gestaltung von Linien und Flächen. Seine Werke spiegeln die Auseinandersetzung mit Licht und Landschaft wieder, mit welcher er sich auf seinen Reisen beschäftigte (Limit 12.000,- €).

Der in Düsseldorf lebende und arbeitende algerische Künstler Driss Ouadahi (*1959 Casablanca), welcher zunächst in Algerien Architektur studiert hatte, kam in den 1980er Jahren nach Deutschland, um an der Düsseldorfer Kunstakademie Malerei zu studieren. Seine globalen Werke sind kontrastreich und geometrisch. Als kompositorische Vorlage dienen, angelehnt an seine Grundlage als Architekt, urbane Strukturen. Insgesamt sind seine architektonischen Darstellungen von einer lichten Farbsprache geprägt. Spannungsreiche Kontraste findet er dabei in Hochhaussiedlungen europäischer und nordafrikanischer Siedlungen, wobei er ebenso gesellschaftspolitische Ansätze einbindet (Limit 3.200,- €).

Ebenfalls aus Düsseldorf stammt die Künstlerin Andrea Lehmann (*1975 Düsseldorf), von welcher ein Gemälde mit Koi-Karpfen angeboten wird. Die Malerin, welche Meisterschülerin bei Markus Lüpertz war, stellt nicht nur regelmäßig in Deutschland aus, sondern ist auch in internationalen Ausstellungen wie beispielsweise in London und New York präsent. Ihre Werke ziehen den Betrachter immer stark in den Bann. So erzeugt sie in dem Gemälde ‚Koiteich‘ einen intensiven Tiefeneffekt und arbeitet mit einem leuchtenden Hell-Dunkel-Kontrast der in strahlenden Farben dargestellten Karpfen vor dunklen Grund sowie stark verschwommenen und klareren Bildpartien. Dabei lässt sie immer wieder die Struktur der Leinwand zum Vorschein kommen. Einige der Fische scheinen den Betrachter regelrecht anzublicken und beinahe aus der Leinwand herauszutreten (Limit 2.300,-€).

 

Vorbericht zur 84. Auktion:

RUSSISCHE KUNST | BEDEUTENDE RUSSISCHE & GRIECHISCHE IKONEN

Freitag/Samstag, 27./28. April 2018

 

Grimmes Auge und strahlendes Lächeln

 

Das diesjährige Angebot  der Frühjahrsauktion ‚Russische Kunst und Bedeutende russische & griechische Ikonen‘ bei Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf wurde mit großer Sorgfalt aus ganz Europa zusammengetragen und präsentiert rund 1000 qualitätsvolle Objekte. Das angebotene Spektrum von russischen Gemälden, Silber, Kunsthandwerk und Bronzen sowie Ikonen aus Russland und Griechenland wird die internationalen Sammlerherzen am 27. und 28. April wieder einmal höher schlagen lassen.

Die unter russischen Oligarchen so beliebten Ikonen mit emaillierten Okladen aus vergoldetem Silber werden die Bieterkarten ein ums andere Mal in die Höhe schnellen lassen.
Monumentales Highlight ist eine Ikone mit Christus ‚Grimmes Auge‘ aus St. Petersburg von 1818. Die Variante des Christusporträt taucht im 14. Jahrhundert in Russland auf und zeigt den Allherrscher mit strengem frontalen Blick auf den Betrachter. Das vergoldete Silber-Riza der hier angebotenen Ikone zieren feine Palmetten (Limit 5.000,- €).

Ebenso bestechend wie der Blick der Christus sind die feinen Malereien aus bedeutenden Ikonenmaler-Zentren, welche auch durch seltene Themen begeistern.

Im Bereich der Gemälde stechen bedeutende Künstlernamen hervor. So unter anderem ein Porträt von Fedot Wasiliewitsch Sychkow (1870-1958). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Maler konnte dank der Hilfe eines Generals aus St. Petersburg ab 1892 dort sein Kunststudium aufnehmen. Thematisch blieb er seiner dörflichen Heimat mit der Darstellung von bäuerlichen Genreszenen sowie Porträts treu. Das angebotene Gemälde zeigt ein charmantes junges Mädchen, welche den Betrachter mit großem Lächeln anstrahlt. So strahlt auch in der Farbgebung das leuchtend blaue Tuch mit Blumen neben den dezenten Beige- und Grautönen des Mantels und der winterlichen Schneeandschaft im Hintergrund (Limit 15.000,- €).

 

 

Vorbericht zur 83. Auktion:

KUNST & ANTIQUITÄTEN

Donnerstag bis Samstag, 15.-17. März 2018

 

Ausgelassene Trinkgelage und dörfliche Idyllen

 

Eine vielfältige Offerte von rund 2500 Objekten eröffnet das Auktionsjahr bei Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf. Für die mit drei Tagen angesetzte Auktion konnten mehrere Privatsammlungen, auch aus dem europäischen Ausland, akquiriert werden, welche zahlreiche Spitzenstücke für Sammler präsentieren.

Für Liebhaber der asiatischen Kunst hält der gut bestückte Bereich eine feine chinesische Zisha-Teekanne des 18. Jahrhunderts mit Qianlong-Marke bereit. Die Kanne zeigt eine seltene Form sowie feinen Reliefdekor. Die Wandung ist mit Berg- und Flusslandschaften dekoriert, den Deckel zieren Kirschblüten (Limit  4.000,- €).

Einen Kontrast zu der flachen chinesischen Kanne aus brauner Keramik bildet ein seltener großer Elfenbeinhumpen. Das stattliche 28 cm hohe Gefäß wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland gefertigt. Die dekorative und sehr fein ausgeführte Schnitzerei zeigt Bacchanal-Szenen mit einer Vielzahl an Figuren. Nymphen, Satyrn und Silenen feiern ausgelassen mit Bechern und Trinkhörnern in den Händen und greifen so die Funktion des Trinkgefäßes auf. Der Henkel ist elegant als Putto mit Weintrauben sowie mit geschwungenen Akanthusblättern ausgearbeitet (Limit 5.000,- €).

Paul Gauguin (1848-1903), welcher vor allem durch seine Gemälde aus der Südsee bekannt ist, hatte sich  vor seinen Karibik Reisen auch Motiven des städtischen Lebens gewidmet. Aus dieser Zeit stammt die Darstellung, der in Bronze ausgeführten Figur 'La petite Parisienne'. Die über einem felsartigen Sockel leicht abstrahierte Darstellung einer jungen Dame mit Hut wurde um 1881 ursprünglich in Holz ausgearbeitet. Die Bronzeausführung wurde von dem französischen Kunsthändler und Galerist Ambroise Vollard kurz nach dem Tod des Künstlers in Auftrag gegeben (Limit 3.000,- €).

Der Bereich der Altmeister brilliert mit hochkarätigen Gemälden aus privaten Sammlungen.
So stammt aus einer rheinländischen Privatsammlung ein wiederentdecktes Gemälde Joachim Beuckelaers (c. 1533 c. 1574). Die Darstellung der Frauen auf dem Weg zum Markt ist ein typisches Thema des Malers, welches er während der Lehre bei seinem Onkel Pieter Aertsen kennenlernte und später weiterentwickelte. Häufig bilden die genrehaften Marktszenen dabei eine Folie für biblische Hintergrundthemen. Das Gemälde besticht mit seinem reichen und fein ausgeführten Stillleben-Element mit Gemüse und Früchten und wird wohl als Allegorie der Elemente für die Erde stehen. (Limit 15.000,- €).

Im Gegensatz zu der reich ausgestatteten Szene Beuckelaers steht ein Landschaftsgemälde von Jan van Goyen (1596-1656). Das Gemälde einer französischen Privatsammlung ist ein Paradebeispiel der tonalen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Die im Werkverzeichnis von Hans-Ulrich Beck aufgeführte Landschaft mit der Ansicht auf Arnheim zeigt sich in einer bewusst begrenzten Palette aus Gelb-, Beige-, und Brauntönen mit wenigen blauen Akzenten. Auch die diagonale Perspektive im Vordergrund, welche gezielt einen Gegensatz zu der Waagerechten des Horizonts steht, ist ein typisches Element des Malers  (Limit 20.000,- €).

Unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts präsentiert ein Gemälde Friedrich Kallmorgens (1856-1924) eine dörfliche Idylle. Der Maler studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie sowie der Karlsruher Kunstschule und widmete sich überwiegend atmosphärischen Stimmungen, Stadtimpressionen und Szenen aus dem Alltagsleben. Das angebotene Gemälde zeigt eine beschauliche Straßenszene mit einem Orgelspieler, um welchen sich lauschende Kinder tummeln. Die skizzierende Pinselführung und der pastose Farbauftrag sind im Stil des französischen Impressionismus gehalten, welchem der Maler während seiner ausgeprägten Reisefreudigkeit begegnete (Limit 4.000,- €).

 

Vorbericht zur 82. Auktion:

SCHMUCK | JUWELEN & TASCHENUHREN

Samstag, 09. Dezember 2017

 

Modern Merry Christmas

 

Die kommende Auktion zu Schmuck, Juwelen und Taschenuhren, welche traditionsgemäß das Auktionsjahr im Hause Hargesheimer Kunstauktionen beschließt, wartet mit einer vielfältigen Offerte erlesener historischer Schmuckstücke sowie modernem Design und amerikanischen Schmuck der 1950/60er Jahre auf. Präsentiert werden zudem Preziosen aus drei deutschen Privatsammlungen mit attraktiven Startpreisen.

Eine der Sammlungen besticht mit einem Diamant-Ring aus Weißgold und zentralem Brillant mit rund drei Karat eingebettet zwischen acht Diamanten im Baguetteschliff. Die elegante und gleich einer Schneeflocke funkelnde Komposition wird für 9.000,-€ angeboten.

In einer traditionsreichen niederbayerischen Goldschmiede wurde ein Schmuck-Set mit Lapislazuli, Rubinen und Brillianten gefertigt. Das Juwelenatelier Hilz aus Straubing hat ein ausgefallenes Set mit Ring und Kette in archaischer Form von Skarabäen geschaffen, welche auf elegante und moderne Weise durch die Edelsteine ergänzt werden (Limit 2.800,- €).

In zeitgenössischem Design des Ateliers Hilz präsentiert sich ein Design-Armreif mit Brillanten. Der moderne Armreif wurde mit archaisch-geometrischem Reliefdekor kombiniert, in welchem acht Brillianten eingefasst sind (Limit 1.800,- €).

Ebenso bekannt klingt der Name der Düsseldorfer Goldschmiede Schubart,  einer privaten Sammlung. Der modische Design-Anhänger in Kreuz-Form aus vier quadratischen Goldelementen zeigt die typische Formensprache mit der Goldschmiede mit klarer und großzügig dimensionierter Gestaltung (Limit 1.000,- €).

Auch Uhrenliebhaber werden mit einer Vielzahl an Sammlerstücken auf ihre Kosten kommen. Unter dem Angebot von Taschenuhren des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Armbanduhren namhafter Hersteller wie Omega, Chopard oder Cartier sticht eine Armbanduhr von Patek Philippe aus der Nautilus Kollektion hervor. Die sportliche Eleganz dieses Modells zeigt sich in dem von Bullaugen inspirierten Gehäuse-Design (Limit 15.000,- €).

 

Vorbericht zur 81. Auktion:

MODERNE & ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Freitag, 08. Dezember 2017

 

Die Winterauktion ‘Moderne & Zeitgenössische Kunst’ bei Har-gesheimer Kunstauktionen besticht mit einem Angebot von rund 500 Objekten, die insbesondere aus Privatsammlungen zusammengetragen wurde. Die vielfältige Offerte präsentiert neben einer umfangreichen Auswahl an Designermöbeln, zeitgenössische Plastiken sowie hochkarätige Handzeichnungen der klassischen Moderne.

Unter den Plastiken besticht vor allem ein Werk des tschechi-schen Künstlers Milan Kunc (*1944 Prag). Kunc studierte unter anderem bei Joseph Beuys und Gerhard Richter und widmet sich vorwiegend dem Medium der Malerei. Umso spannungsreicher ist daher die angebotene Arbeit ‚Präsident‘, in welcher sich auf humoristische Art das sozialkritische Thema von männlichen und weiblichen Rollen in der Politik wiederspiegelt, indem der Künstler dem dargestellten Präsidenten eine Glühbirne mit einer Frauenfigur als Glühdraht aufsetzt (Limit 2.000,- €).

Von einem der wichtigsten Vertreter des Expressionismus wird eine hervorstechende Anzahl von fünf originalen Handzeichnungen aus einer rheinländischen Privatsammlung angeboten. Von Ernst Ludwig (1880 – 1938) wird unter anderem eine Zeichnung eines mit feinen dunklen Strichen gestalteten sich bückenden Aktes präsentiert. Farblich pointiert wird die Szene durch einzelne rote Akzente (Limit 1.000,- €).
Weiterhin zeigt eine eindringliche Zeichnung von Ludwig Kirch-ner mit Farbkreide und Kohle eine Boudoir-Szene. In skizzenhaften Strichen hat der Künstler hier  Körper auf das Papier gesetzt, welche einen leidenschaftlich bewegten Eindruck vermitteln. Die Boudoir-Atmosphäre wird hier wiederum mit roten Akzenten hervorgehoben (Limit 1.500,- €).

Ebenfalls aus dem Expressionisten-Kreis stammt Otto Müller (1874-1930), welcher auch in der Künstlergruppe ‚Brücke‘ aktiv war. Eine bedeutsame Darstellung zeigt mit dunkler Kreide und gezielt auf das Papier gesetzte Linien die Figur eines sitzenden Frauenaktes. Die blaue Pastellkreide des Gewässers im Hinter-grund wird in einem locker um die Schulter gelegten Tuch aufgenommen und bildet einen reizenden Kontrast zum bräunlichen Papier (Limit 4.000,- €).

Von Paul Signac (1863-1935) werden schließlich zwei elegante und handsignierte Aquarelle aus einer rheinischen Privatsammlung angeboten. Das besondere Interesse des Neo-Impressionisten lag in der Darstellung von Segelschiffen und Häfen, sodass er sogar offizieller Marinemaler der französischen Marine im Offiziersrang wurde. Seine angebotenen Aquarelle zeigen sich noch nah an den Vorbildern des Impressionismus, wie unter anderem Claude Monet. So präsentiert er eine ruhige Szene eines Hafens mit einem ruhenden Boot in einem sanften Farbauftrag. Das Exemplar scheint aus seiner Venedig Reise von 1904 zu stammen, während dessen Aufenthalt er mehr als 200 formlose kleine Aquarellskizzen fertigte. Diese arbeitete er später in Südfrankreich aus und fertigte anschließend einige Ölbilder.

 

Vorbericht zur 80. Auktion:

RUSSISCHE KUNST | BEDEUTENDE RUSSISCHE & GRIECHISCHE IKONEN

Donnerstag, 09. November bis Samstag, 11. November 2017

 

IKONOSTASTISCH

 

Das Jubiläum des 10-jährigen Bestehens von Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf geht feierlich mit einem umwerfenden Angebot der Herbstauktion ‚Russische Kunst und Bedeutende russische & griechische Ikonen‘ weiter. Mit mehr als 2000 Positionen russischer Gemälde, Silber, Kunsthandwerk und Bronzen sowie Ikonen aus Russland und Griechenland wird Düsseldorf am 10. und 11. November wieder zum Zentrum der internationalen Ikonen und russischen Kunstwelt.

Besonderes Highlight ist eine bedeutende Ikone mit der Gottesmutter Madre della Consolazione des kretischen Ikonenmalers Nikolaos Tzafoures vom Ende des 15. Jahrhunderts. Ohne Hellseher sein zu müssen, kann man schon jetzt von einer Vervielfachung des sehr moderaten Schätzpreises von 3.000,- € für dieses wahre Museumsstück ausgehen.  

Das Herz russischer Oligarchen werden die zahlreichen Ikonen mit emaillierten Okladen aus vergoldetem Silber höher schlagen lassen, zumal große Namen wie Iwan Chlebnikow und Pawel Owtschinnikow – Musik in des Kenners Ohr – als Goldschmiedemeister hinter den Meisterwerken stehen. Von Pawel Owtschinnikow werden zwei feine Email-Ikonen mit dem Christus Pantokrator und der Gottesmutter Iwerskaja angeboten. Die in realistischer Manier ausgeführte Malerei wird von einem Vermeil-Oklad mit flächenfüllenden geometrischen Bordüren, stilisierten Blütenmotiven und Ranken gerahmt (Limit jeweils 800,- €).

Ebenfalls musikalisch werden sich die Namen Palech und Mstera in den Gehörgang jedes eingefleischten Sammlers einschmeicheln. In diesen bedeutenden Ikonenmalerdörfern entstanden einige Ikonen der Auktionsofferte in äußerst feiner Miniaturmalerei, die nicht nur durch ihre Qualität, sondern auch durch ihre Seltenheit der Themen bestechen. Als Beispiel genannt sei eine Ikone mit dem heiligen Lazarus und Szenen seines Lebens mit einem Metallbasma (Limit 1.200,- €).

Im Bereich der Gemälde soll stellvertretend der Künstler Adolf Baumgartner-Stoiloff genannt werden. Auch die angebotenen Silberarbeiten sind durchaus nicht zu verachten. So ist ein siebenteiliges Punschset mit Bratina, Schöpfer, Trinkgefäßen und Tablett des Hoflieferanten Iwan Chlebnikow im Originalkoffer mit feinem geometrischem Dekor verziert (Limit 2.000,- €).

 

In diesem Sinne  ‚Nastrovje‘ auf das 10-jährige Jubiläum und auf eine spannungsreiche Auktion!

 

 

Vorbericht zur 78. und 79. Auktion:

JUBILÄUMSAUKTION 10 JAHRE HARGESHEIMER KUNSTAUKTIONEN DÜSSELDORF | KUNST & ANTIQUITÄTEN

Donnerstag, 21. September bis Samstag, 23. September 2017

 

Strahlende Blumengrüße zum Jubiläum

 

Die Herbstsaison bei Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf steht dieses Jahr unter dem besonderen Stern des 10-jährigen Firmenjubiläums. Im Jahr 2007 als ‚Hargesheimer & Günther‘ gegründet, konnte das Auktionshaus bereits einen fulminanten Start erleben und seitdem erfolgreich seine Stellung als Haus für Kunst und Antiquitäten mit einem Spezialgebiet in Ikonen und russischer Kunst auf dem internationalen Kunstmarkt festigen. Seit dem Weggang des Mitbegründers Günther 2014 firmiert das Unternehmen unter Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf im Herzen der Landeshauptstadt. Die Neuausrichtung des Unternehmens gestaltete an der Seite des bisherigen Geschäftsführers Frank Hargesheimer seine Frau Susanne Hargesheimer als neue Miteigentümerin und Geschäftsführerin. Neue Akzente wurden mit dem Ausbau von Spezialauktionen zu Moderner Kunst sowie Schmuck und Taschenuhren gesetzt. Eine familiäre Atmosphäre und persönliches Engagement in allen Bereichen sind Grundstein für den bisherigen Erfolg, welchem auch zukünftig treu geblieben wird.

In der Jubiläumsauktion im September tritt eine Norddeutsche Samm-lung mit Meisterstücken hervor. Darunter besticht vor allem eine Sammlung von 130 Spazierstöcken des 18.-20. Jahrhunderts. Die kunstvollen Stöcke zeigen individuell und detailreich gestaltete Griffe aus Ebenholz, Silber oder Elfenbein. Eine stilvolle Bandbreite von Zunftstöcken bis Kapitänsstöcken, von Barock über Biedermeier präsentiert die reiche Darstellungskunst dieses Accessoire, welches im 19. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte und unverzichtbarer Bestandteil der bürgerlichen Ausgeh-Kleidung war.

Nicht weniger bestechend ist eine oberrheinische ‚Schöne Madonna‘. Der Typus des spätgotischen weichen Stils zeichnet sich durch eine runde und fließende Formensprache des Gewandes aus. Die angebotene oberrheinische Madonna ist ein wichtiges Zeugnis der sakralen Schnitzkunst um 1450 und zeigt den charakteristischen zart-verträumte Ausdruck sowie  eine zierliche Gestaltung.

Im Bereich der asiatischen Kunst präsentiert sich ein charaktervolles Weingefäß im Typ ‚You‘ der Ming-Dynastie. Die Gefäßform 'You' wurde bereits in der Shang-Dynastie und West Zhou-Dynastie zum Tragen von Wein verwendet. Dieses Gefäß hat eine bauchige Form über einem leicht ausgestellten Fußring. Bordüren mit Bocksköpfen zieren den Deckel und den Hals. Der Henkel ist am Ansatz Fabeltierköpfen dekoriert. Die Innenseite de Gefäßes ist mit feinen Inschriften im alten Typus Mingwen ausgeschmückt.

Der Bereich der Gemälde hält wahrliche Spitzenstücke bereit. Das von Sir Thomas Lawrence (1769 – 1830) gefertigte Portrait eines Gentlemans zeigt vermutlich William Layman. Dieser diente bis 1788 bei der Navy bevor er in den folgenden Jahren bei der East India Company angestellt wurde und dort insbesondere für den China Handel zuständig war. Dieses Konterfei des Briten wurde bereits 1931 bei Christie’s in London angeboten und um 1960 im Metropolitan Museum of Art in New York ausgestellt. Lawrence wurde nach Joshua Reynolds Tod Hofmaler und wurde nach seinem Tod mit großen öffentlichen Feierlichkeiten in der Saint Paul’s Cathedral in London beigesetzt.

Ein Gemälde des polnischen Maler Michael Wywiorski-Gorstkin (1861 – 1926) präsentiert Kosaken und Bauern auf einem schlammigen Weg. Als Sohn eines russischen Offiziers studierte der Künstler zunächst Chemie und widmete sich erst später der Malerei. Er studierte an der Münchener Malerschule sowie in den Ateliers von Józef Brandt und Alfred von Wierusz-Kowalski, deren Einflüsse in seinen Werken deutlich sichtbar sind und mit denen er sich technisch messen kann. Um 1900 reiste der Maler viel und nimmt unter anderem aus Spanien und Ägypten orientalische Einflüsse mit, welche sich in dem angebotenem Gemälde zeigen.

Von einem der größten deutschen Porträtisten des 18. Jahrhunderts wird das Konterfei der Landgräfin Philippine von Hessen-Kassel präsentiert. Als Kasseler Hofmaler fertigte Johann Heinrich Tischbein (1722 – 1789) das feine Bildnis der Landgräfin, welche auf Reisen durch Deutschland und Frankreich, als eine der schönsten Fürstinnen Europas gefeiert wurde. Das Portrait entstand vermutlich zu Vermählung mit Friedrich II. und zeigt die Landgräfin im prachtvollen Seidenkleid mit aufwendiger Stickerei und prunkvollem Schmuck. Den rechten Arm ziert ein Armband mit den Initialen Friedrich II., am linken Arm trägt sich eine Porträtminiatur des Landgrafen.

Zum Jubiläum werden auch moderne Glanzstücke präsentiert. Emil Nolde (1867 - 1956) malte um 1930 Blumenstillleben mit Feuerlilien und Glockenblumen. Die leuchtenden Farben wurden bereits 1968 im Bestandskatalog von R. N. Ketterer unter der Katalognummer 134 farbig abgebildet. In floralen Motiven und der Schönheit der Blumen mit ihrer Vergänglichkeit fand Nolde einen eigenen Stil mit prägnanten und leuchtend reinen Farben. In der fließenden Unregelmäßigkeit des Aquarells sah Nolde zudem eine bildnerische Übersetzung der Eigenheit pflanzlicher Motive.

 

 

Vorbericht zur 77. Auktion:

SCHMUCK | JUWELEN & TASCHENUHREN

Samstag, 27. Mai 2017 | 10.00 Uhr

 

Das Yin und Yang der Schmuckwelt

 

Eine außergewöhnliche und vielfältige Auswahl an Preziosen verschiedenster Hersteller und Epochen hält Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf am 27. Mai 2017 für alle Schmuckliebhaber, Uhrenfreunde und Sammler bereit. Herausragende Stücke vom Biedermeier über den Historismus, Jugendstil und Art-Deco sowie neuzeitliche und moderne Design-Objekte kommen zum Aufruf.

Sammler wird die Auswahl der Stücke nicht enttäuschen, die sich im Angebot der Uhren tummeln. In der Frühjahrsauktion sind namenhafte Uhrenhersteller wie IWC mit dem Chronographen ‚Da Vinci‘, aber auch Girard Perregaux, Baume Mercier, Omega und Cartier vertreten. Taschenuhren aller Typen und Epochen lassen Sammlerherzen höher schlagen: Spindeluhren des 18. und 19. Jahrhunderts und klassische Savonettes aus Traditionshäusern wie Lange & Söhne werden versteigert.   

Aus dem Hause Georg Hornemann in Düsseldorf stammt ein Ring mit Skull-Motiv. Das bereits seit der Antike in Stillleben beliebte Vanitas-Motiv der Vergänglichkeit erlebte um 2000 herum eine Renaissance im Mode- und Designbereich. Hornemann hat als einer der handwerklich versiertesten Goldschmieden und Designer hat das Motiv als außergewöhnliche Schmuckkreation in einem Ring umgesetzt wovon hier ein Unikat aus einer Auftragsarbeit in Silber angeboten wird (Limit 300,- €).

Ein besonderes Schmuckstück aus dem Hause Chopard aus der Reihe ‚Happy Diamonds‘ verführt mit einer Mischung aus Moderne und Schmuckhistorie. Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem eleganten Collier auf dem mit Brillanten besetzten Kreuz. Die Revolution der 1976 von Chopard-Designer Ronald Kurowski kreierten beweglichen Diamanten in einer facettierten Umhüllung, gibt den Steinen eine kreiselnde Beweglichkeit und hebt das Funkeln hervor. Dieses typische Element der ‚Floating Diamonds‘ ist als Verbindungsglied zwischen Kette und Schaustück eingesetzt (Limit 6.600,- €).

Moderne Stücke mit kulturellem Hintergrund werden von Schmuckdesignern der Extraklasse für die moderne, selbstbewusste Frau von heute angeboten. Ein extravaganter Armreif mit imposanten Pavée Besatz begeistert nicht nur durch seine 18,5 Karat. Der rhythmische Gegensatz der weiß- und cognacfarbenen Steine spiegelt eine moderne Interpretation des Yin und Yang Motives wieder (Limit 11.500,- €).

 

 

Vorbericht zur 76. Auktion:

MODERNE & ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Freitag, 26. Mai 2017 | 12.00 Uhr

 

Monochrom und polychrom im Wechselspiel

 

Mit hochkarätigen nationalen sowie internationalen Künstlern begeht Hargesheimer Kunstauktionen die diesjährige Frühjahrsauktion im Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst am 26. Mai 2017.

 

Drei zusammengehörige und in einem monochromen Grau gehaltene Arbeiten stechen in besonderem Maße aus der Offerte der zeitgenössischen Kunst hervor: Gerhard Richters ‘Triologie - Vermalungen Grau’ (1971). Durch die Verteilung der Farbmaterie mit den Fingern präsentiert uns der Künstler labyrinthische Verflechtungen von unregelmäßigen Farbbahnen, wodurch jedes Exemplar einen unikathaften Charakter erhält. Die Trilogie, die bereits 2005 im Museum Franz Geruch im schweizerischen Burgdorf ausgestellt wurde, stammt aus der Sammlung Nicolina Bons und wird zu einem Limitpreis von 175.000 € aufgerufen.

Deutlich farbenreicher erscheint dagegen Bernd Schwarzers Werk ‚Gold-Rot-Schwarz‘, das für 5.000 € an-geboten wird. Seine Arbeiten, welche dem abstrakten Expressionismus zugeordnet werden können, sind oftmals kosmopolitisch zu verstehen und zeugen von historischer Relevanz. Die reliefähnliche Oberflächenstruktur veranschaulicht die außergewöhnliche Leuchtkraft der Farbmasse.

Die kinetische Kunst und Optical Art wird repräsentiert durch einen Hauptvertreter dieser Kunstgattung: Adolf Luther. Sein Spiegelobjekt aus dem Jahr 1972, welches aus einer rheinländischen Privatsammlung stammt und für 3.000 € angeboten wird, besteht aus sechs konkav gewölbten Spiegelstreifen, die vor einem weiteren Spiegel in einem Plexiglaskasten montiert wurden. Sein Werk widmet sich den Einflüssen des Lichts durch Lichtbrechung und Spiegelungseffekte.

Mit dem Niederländer Ad Dekkers, der als einer der Hauptvertreter der konkreten Kunst nach dem 2. Weltkrieg gilt und dessen Stil im Besonderen von Piet Mondrian beeinflusst wurde, präsentiert Hargesheimer Kunstauktionen ein weiteres Highlight im Gebiet der modernen Kunst. Sein für in der Auktion mit 1.500 € offeriertes monochromes ‘Lijnrelief No 1’ aus beschichtetem Polyester veranschaulicht die charakteristische Reduziertheit auf geometrische Grundformen.  

 

 

Vorbericht zur 75. Auktion:

RUSSISCHE KUNST | BEDEUTENDE RUSSISCHE & GRIECHISCHE IKONEN

Freitag, 07. April 2017 | Samstag, 08. April 2017 | 10.00 Uhr

 

Russisches Duett

Eines der Hauptlose der traditionellen Osterauktion ‚Russische Kunst | Bedeutende Russische & Griechische Ikonen‘ im Hause Hargesheimer am 7. und 8. April 2017 ist ein bedeutendes und sehr seltenes Paar Tabletki (Limit 40.000 Euro). Als Einzelstücke schon als überaus rar zu bezeichnen ist es umso bemerkenswerter, dass diese nur in geringer Anzahl vorkommenden Ikonen gleich als Paar, gleichsam als Duett, zum Ausruf kommen. Entstanden im Russland des 17. Jahrhunderts thematisieren die beidseitig bemalten Ikonentäfelchen symbolhaft den ersten und den letzten Tag der Menschheit – von der Erschaffung Adam und Evas bis hin zum Jüngsten Gericht sowie das vorbildhafte Leben der heiligen Asketin Maria von Ägypten und die Vision von der Himmelsleiter des heiligen Johannes Klimakos, basierend auf einem Traktat zum Erwerb von Tugenden und zur Bekämpfung der Laster auf dem Weg ins Paradies.

Die Offerte von 1300 Losen, zusammengetragen aus ganz Europa, brilliert durch seinen Reichtum nicht nur an Quantität, sondern auch an Qualität. Das angebotene Spektrum umfasst frühe Ikonen aus dem 16. Jahrhundert wie eine Ikone mit der Gottesmutter von Smolensk (Limit 4.000 Euro) bis hin zu minutiös ausgeführten Feinmalerei-Ikonen aus 19. Jahrhundert wie z.B. eine monumentale und thematisch äußerst seltene Ikone mit der Darstellung der Überführung der Gebeine des heiligen Nikolaus nach Bari (Limit 20.000 Euro) oder eine Ikone mit dem Tempelgang Mariens aus dem Umkreis des Moskauer Ikonenmalers Wassili Gurjanow (Limit 5.000 Euro).
Seltene und sehr feine Ikonen mit emaillierten Okladen aus vergoldetem und emailliertem Silber wie eine Ikone mit Christus Pantokrator mit Cloisonné-Email-Oklad des Moskauer Hoflieferanten Pawel Owtschinnikow (Limit 1.500 Euro) sowie eine Oklad-Ikone mit dem Weltenherrscher in floraler Jugendstil-Ornamentik (Limit 1.200 Euro) sind sehr moderat geschätzt und garantieren schon jetzt das gesteigerte Interesse russischer Oligarchen.
Aber nicht nur Ikonenschätze aus dem russischen Kultur-raum stehen im Focus der Auktion. Eine sehr feine Ikone höchster Qualität aus dem 16. Jahrhundert im veneto-kretischen Stil zeigt die süßküssende Gottesmutter ‚Glyko-philousa‘ (Limit 2.000 Euro).
Im Bereich der Russischen Kunst sind russische Juwelierar-beiten namhafter Goldschmiedemeister wie Fabergé, Bronzen bedeutender Bildplastiker wie Wassily Gratschew mit einem reitenden Kosakenpaar (Limit 15.000 Euro) und Gemälde russischer Meister wie Ilja Glasunow (Limit 3.000 Euro) Teil der attraktiven Auktionsofferte.

So wird Hargesheimer Kunstauktionen nicht nur auf künstlerischer Ebene ein erfolgreiches Duett präsentieren sondern auch mit Pauken und Trompeten in Osterwoche starten können.

 

 

Vorbericht zur 74. Auktion:

KUNST & ANTIQUITÄTEN

Freitag, 10. März 2017 | Samstag, 11. März 2017 | 10.00 Uhr

 

Von Göttlichen Sphären und weltlichen Schicksalen

Die Frühjahrssaison bei Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf beginnt mit einer vielfältigen Offerte von rund 1600 Objekten, die von asiatischer Vollendung über selige Andachtsbilder bis hin zu tragischen Verschwörungen qualitative Meisterwerke in allen Bereichen präsentiert.

Der umfangreiche Bereich der asiatischen Kunst ist mit rund 550 hochwertigen Losen bestückt. Ein kaiserlicher Weihrauchbrenner mit Qianlong-Marke aus dem 18. Jh. ist mit feinen Reliefs dekoriert und wir von einem elegant durchbrochenen Deckel mit buddhistischem Löwen bekrönt. Eine mingzeitliche Email-Cloisonné-Schale ist mit einem leuchtend polychromen Dekor mit Fabeltieren gefertigt. Im Zentrum des Spiegels ist ein Vishvavajra eingefasst, welches für Vollendung und Beständigkeit steht. Umgeben ist das Symbol von vier fliegenden Pferden.

Im Porzellanbereich präsentiert eine KPM Berlin Vase mit Pfennigmarke in feinster Malerei Ansichten des Alten Museums und des Reiterstandbildes des Firmengründers Friedrich der Große in Berlin. Das qualitätsvolle Stück mit mattvergoldeten Akanthushenkeln zeigt die hochwertige Ausformung in Handarbeit sowie die Freihandmalerei der Manufaktur.

Anmutig sind auch die sakralen Motive der Alten Meister. Die Dar-stellung ‚Anbetung der Heiligen drei Könige‘ eines Antwerpener Meisters ist um 1520/50 entstanden. Das seit der Spätantike be-kannte Motiv ist in feiner Malerei mit leuchtenden Farben ausge-führt und lässt sich in den Kreis der Antwerpener Manieristen ein-ordnen. Deren Vorliebe für Figuren in exotischer Kleidung zeigt sich hier ganz deutlich. Das Werk ist ein Paradebeispiel der altniederländischen Malerei. Eine hohe Stofflichkeit wird von den Geschenken über die Kleidung bis in die Haarspitzen dargestellt. Klassisch sind auch die eingebundene Architektur und der weite Landschaftsausblick durch das Fenster.
Ein nicht weniger klassisches Motiv der bildenden Kunst des Abendlandes repräsentiert die ‚Heilige Familie mit dem Johannesknaben‘ von Polidoro Da Lanciano (1515 – 1565). Das gängige Thema der venezianischen Malerei des 16. Jahrhunderts scheint in seiner einfachen Komposition ein Andachtsbild für den privaten Gebrauch gewesen zu sein und zeigt Vorläufer in Tizians Oeuvre.

Entgegen dieser selig-christlichen Motive weist der gut bestückte Bereich der Gemälde des 19. Jahrhunderts tragische Motive der weltlichen Schicksale auf. Das im Werksverzeichnis aufgeführte Gemälde 'Tod des Verschwörers‘ von Carls Spitzweg zeigt in theatralischer Darstellung auf einer Treppenstufe rücklings liegend eine getötete Gestalt mit ausgebreiteten Armen, links daneben steht mit Barett und geschlitztem Wams der Verbrecher den Dolch in der Hand haltend. Dahinter sitzt die Richterfigur mit antikem Gewand und erhobenem Arm auf einem Sessel. Der Ausblick in eine große Halle dramatisiert die verschattete Szene im Vordergrund der Studie, die sich noch 1917 im Besitz von Otto Spitzweg befand.

Jean Léon Gérôme, einer der bedeutendsten französischen Maler des 19. Jahrhunderts, präsentiert in dem Historiengemälde ‚Les misères de la guerre’ eine ergreifende Darstellung eines jungen Mädchens. Die Darstellung vermittelt auf sehr eindringliche Weise die Kriegslast durch die Mädchenfigur im Vordergrund, welche den Betrachter mit ihrem bedrückenden Blick erfasst. Zudem ist das Gemälde von Bedeutung, da der Künstler handschriftlich in blauer Tinte auf dem Keilrahmen festgehalten hat, dass mit dem Erlös des Gemäldes die Opfer des deutsch-französischen Krieges unterstützt werden sollen und somit das politische und soziale Engagement des Malers festhält.

 

 

Vorbericht zur 73. Auktion:

SCHMUCK | JUWELEN & TASCHENUHREN

Samstag, 10. Dezember 2016 | 10.00 Uhr

 

Ein Streifzug durch die Geschichte der Schmuckherstellung

Die winterliche Auktion im Hause Hargesheimer zu Schmuck, Juwelen und Taschenuhren trumpft mit fast 800 erlesenen Objekten auf. Neben einer großen Taschenuhrensammlung sowie Armbanduhren der exzellentesten Hersteller wie Patek Philippe, Omega, Girard Perregaux, Cartier und Chopard, bestechen Preziosen mit Diamanten und Farb-Edelsteinen, Korallschmuck und Bernsteinschmuck aus alle Epochen. So wird die Kunstfertigkeit in der Geschichte der Schmuckher-stellung aus aller Herren Länder auf bemerkenswerte Weise wiedergespiegelt.
 
Als wahrliches Urgestein der Schmuckherstellung darf ein Paar Ohrringe mit Almandin  aus Kleinasien des 3.-5- Jahr-hunderts gelten werden, die an einer Kette montiert sind. Der Almandin ist einer der ältesten der Menschheit bekannten Schmucksteine und wurde bereits von Plinius dem Älteren erwähnt. Die ausgefallenen Stücke stammen aus Kleinasien, wo auch die antike Stadt Alabanda liegt, die zu der Zeit ein Granat-Schleif- und Handelszentrum war.

Einige Jahrhunderte später wurde wiederum die Kette ‚Pinchbeck‘ gefertigt. Die lange Erbskette mit Granulatdekor und einer feinen Schließe mit floralem Dekor stammt aus England. Pinchbeck heißt die vom Londoner Uhrmacher Christopher Pinchbeck (1672-1732) erfundene goldfarbene Legierung aus Kupfer und Zink, die zum Ende des 18. Jahrhunderts sehr beliebt war und sehr gerne in der Kombination mit Strass und in allen Designarten getragen wurde.
Auch die deutsche Goldschmiedekunst des 19. Jahrhunderts ist hervorzuheben. So wird ein prächtiges Collier mit Lapislazuli und Perlbesatz von Jakob Speltz & Söhne aus Frankfurt angeboten, welches um 1880 gefertigt wurde. Dieses erlesene Stück ist in der Fachliteratur von Brigitte Marquardt zu ‚Schmuck – Realismus und Historismus 1850-1895‘ verzeichnet. Ebenso werden feine emaillierte Art-Déco Stücke von Theodor Fahrner die Frauenherzen umgarnen.

Einen Sprung in die Moderne zeigt sich mit dem nordischen Design. Ein finnisches Design-Collier mit Labradorit, besticht mit seinen schlichten und geschwungenen Formen. An einem sanft gebogenen, poliert gearbeitetem Halsreif aus Gelbgold hängt ein tropfenförmiger Labradorit-Cabochon. Weitaus verspielter zeigt sich eine norwegische Design-Brosche aus den 1950er Jahren mit einer filigrane Lilie aus Silber und hellblauem Emaildekor.

Einen Bogen zwischen Jugendstil und Moderne spannt die Gold-Handtasche von Emil Brenk aus Pforzheim und lässt die Herzen der It-Girls höher schlagen. Pforzheim war lange Zeit ein Zentrum für Goldschmiedekunst in Deutschland und steht für qualitativ hochwertigen Schmuck. Die edle Clutch mit Spiegel ist aus Weißgold im Flechtdekor gestaltet und erinnert an die Kettentaschen der Jahrhundertwende. So ist man auch für den anstehenden Jahreswechsel modisch und elegant gerüstet.

 

 

Vorbericht zur 72. Auktion:

MODERNE & ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Freitag, 09. Dezember 2016 | 15.00 Uhr

 

Bunt vs. Schwarz-weiß

Einen besonderen Schwerpunkt in der winterlichen Auktion zu moderner und zeitgenössische Kunst liegt auf den Werken der europäischen Nachkriegsjahre. Mit einer Düsseldorfer Privatsammlung werden besondere Werke des Informel präsentiert.


Mit einem sehr persönlichen Stil präsentieren sich mehrere Werke von Bernhard Schultze (1915- 2005), einem der großen deutschen Maler des Informel und Mitglied der Künstlergruppe Quadriga. Die überwiegend farbenfrohen und detailreichen Arbeiten zeigen viele Anspielungen und Zitate aus der Natur. Der Künstler wurde im vergangenen Jahr zum 100. Geburtstag gleich mit drei großen Sonderausstellungen gewürdigt.

Schultzes Künstlerfreund Karl Otto Götz (*1914) hingegen ist unter anderem mit einer typischen dynamischen Komposition in schwarz weiß vertreten. Technik zeigt ein gestisches Vorgehen in hoher Geschwindigkeit, wodurch informelle Strukturen erzeugt werden.

Die kinetische Kunst und Optical Art wird repräsentiert durch einen Hauptvertreter dieser Kunstgattung. Adolf Luthers (1912 - 1990) Spiegelkasten ist eine aus 16 konkav gewölbten quadratischen Spiegeln bestehende Komposition auf schwarzem. Sein Werk widmet sich den Einflüssen des Lichts durch Lichtbrechung und Spiegelungseffekte.

Der polnische Künstler Henryk Stazewski (1894 -1988) ist einer der Pioniere der klassischen Avant-Garde. Das angebotene Werk ist eine typische Komposition der geometrischen  Abstraktion  mit klar erkennbaren Linien und einer Aufteilung des Bildinhaltes in Einzelflächen. Das Zusammenspiel von Farben - in diesem Falle schwarz weiß - und Formen steht klar im Vordergrund.

 

 

Vorbericht zur 71. Auktion:

RUSSISCHE KUNST | BEDEUTENDE RUSSISCHE & GRIECHISCHE IKONEN

Freitag, 04. November | Samstag, 05. November 2016

 

Einfach göttlich…

…ist das überaus umfangreiche Angebot der Spezialauktion ‚Bedeutende Russische und Griechische Ikonen & Russische Kunst‘ im Hause Hargesheimer in Düsseldorf. Allein schon aufgrund der Quantität von knapp 1600 Positionen ist die Auktion auf zwei Tage, den 4. und 5. November 2016, angesetzt.
Das Angebot – zusammengetragen aus verschiedenen deutschen und europäischen Privatsammlungen, darunter Italien, den Niederlanden und England – wartet mit erlesenen Stücken aller Epochen und geographischer Bereiche der Ikonenmalerei auf. Darunter zu nennen sind seltene Stücke der veneto-kretischen Schule.

Als besondere Rarität darf eine Madre della Consolazione aus einer norddeutschen Privatsammlung gelten, die durch ihre Qualität und Feinheit überzeugt und sich dem bedeutenden Ikonenmaler Nikolaos Tzafouris (ca. 1455-1502) zuschreiben lässt.
Des Weiteren bereichern das Angebot frühe Moskauer Ikonen des 16. Jahrhunderts aus einer altdeutschen Sammlung, darunter die Darstellung der Gottesmutter Smolenskaja (Limitpreis 4.000 Euro) und Christi Einzug nach Jerusalem mit fein graviertem Silberbasma (Limitpreis 4.000 Euro).
Ein sehr feines, aus dem 17. Jahrhundert stammendes russisches Tabletka der Wiedergabe äußerst seltener Themen – der Erweckung des Lazarus und des im Tempel lehrenden Christus – darf als wahres Kleinod gelten (Limitpreis 800 Euro).
Den mit Lupe ausgestatteten Kenner werden die in feinster Miniaturmalerei ausgeführten Ikonen der Malerzentren Palech und Mstera begeistern, darunter eine minutiöse Erweiterte Festtagsikone mit vergoldetem Silberbasma aus dem 19. Jahrhundert (Limitpreis 3.000 Euro).
Nach Geschmack russischer Oligarchen dürften darüber hinaus die Ikonen mit emailliertem Vermeiloklad sein, darunter ein Christus Pantokrator (Limitpreis 1.200 Euro) sowie zwei äußerst interessante signierte und datierte Ikonen von Ossip Chirikov von 1896 (Limitpreis 2.500 Euro) und A.A. Alekseev von 1908 (Limitpreis 5.000 Euro).
Aber nicht nur alle Zeiten und Regionen sind in dem als sehr reizvoll zu bezeichnenden Auktions-Portfolio vertreten, besonders die thematischen Raritäten der Ikonenmalerei lassen internationale Bietgefechte und spektakuläre Zuschläge erwarten: Besonderes Highlight ist eine monumentale und sehr seltene russische Ikone aus der Zeit um 1800 mit dem ‚Jüngsten Gericht‘ (Limitpreis 100.000). In aller Ausführlichkeit führt sie dem Betrachter sowohl die positiven als auch die negativen Konsequenzen des menschlichen Handelns auf Erden detailreich vor Auge. Ob sie den einen oder anderen zu besserem Handeln bewogen hat? Dies ist natürlich nicht überliefert, aber die Ausführlichkeit der zahlreichen Höllenqualen sollte es vermuten lassen.
Dem göttlichen Ambrosiatrank durchaus würdig, aber eher dem profanen Bereich zuzuordnen, sind ein Paar silberne Kowschi – russische Trinkgefäße – aus dem Hause Fabergé (Limitpreis 15.000 Euro) sowie ein seltenes, fünfteiliges Kowschset von  Iwan Saltikow, das über und über in polychromem Cloisonné-Email dekoriert ist (Limitpreis 1.200 Euro).
Erfahrungsgemäß wird die göttliche Inspiration der Ikonen wir-kungsvoll sein und eine hitzige Auktion bescheren, die das Höllenfeuer bis spät in den Abend hinein brodeln lässt.

 

 

Vorbericht zur 69. & 70. Auktion:

KUNST & ANTIQUITÄTEN | AUSGEWÄHLTE MEISTERWERKE

Donnerstag, 22. September 2016 | Freitag, 23. September 2016 | Samstag, 24. September 2016

 

Kunstwerke, die die Sinne vernebeln
Die Herbstsaison bei Hargesheimer Kunstauktionen wird mit drei ausdauernden Auktionstagen vom 22.-24. September eröffnet und präsentiert eine sorgsam zusammengetragene Offerte von über 2000 Objekten. Am zweiten Auktionstag wird die 70. Auktion im Hause mit 70 ausgewählten Spitzenstücken dargeboten. Von friedlichen Landschaftsdarstellungen und sinnlichen Damen bis zu ergreifenden Martyrien ist für jeden Kunstliebhaber etwas dabei. Kurz gesagt: Diese Auktionen sollte man sich nicht entgehen lassen.

Die größte und mit besonderer Aufmerksamkeit betreute Warengruppe der Gemälde hält sowohl im Bereich der Alten Meister als auch bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts wahre Schätze bereit.
Die Darstellung einer Ideallandschaft bei Tivoli von Ludwig Philipp Strack (1761-1836) ist ein meisterliches Werk, welches der Forschung bisher verborgen blieb, wie Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan in einer umfangreichen Stellungnahme bemerkte. Der herausragende deutsche Landschaftsmaler stammte aus der hervorstechenden Künstlerfamilie Tischbein und war der Cousin Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Strack, der nach einem Stipendium in Italien zum Hofmaler in Kassel und Eutin wurde, fertigte ein anmutig komponiertes Gemälde, welches den Betrachter durch ein rahmendes Grottenmotiv in seinen Bann zieht und eine musizierende Gruppe mit lauschendem Publikum vor einem rauschenden Wasserfall präsentiert (Limit 3.000,- €).
Zu der anmutigen Landschaft gesellt sich ein Gemälde mit zwei reizenden Damen im Rosengarten von Albert Lynch (1851-1912) zu einem Limitpreis von 30.000,- €. Der peruanische Maler, der mit Ende zwanzig nach Paris ging und später in die Ehrenlegion aufgenommen wurde, spezialisierte sich auf Darstellungen mondäner Damen von Welt. In seinen Darstellungen wird eine zarte Eleganz und die Nonchalance der Belle Époque greifbar.

Im Bereich der Altmeistergemälde zeigen sich unter anderem besondere Glanzstücke mit Adeligen und Heiligen. Von Anthonis van Dyck (1599-1641) wird eine Kopfstudie in lockerem Pinselstrich angeboten, die den Herzog von Buckingham mit aufmerksamem Blick und lockigem Haar zeigt. Neben einem umfangreichen beigefügten Gutachten von Erik Larsen bespricht dieser das Portrait ausführlich im Jahrbuch des Koninklijk Museum voor schone Kunsten Antwerpen 1993 und ordnet es mit Überzeugung einer eigenhändigen Arbeit Van Dycks zu.  (Limit 25.000,- €).
Von dem Mailänder Maler Giulio Cesare Procaccini (1574–1625) stammt eine eindringliche Komposition mit dem Martyrium des Heiligen Bartholomäus. Der Heilige wird flankiert von zwei Peinigern, die im Begriff sind ihm mit blinzenden Messern die Haut abzuziehen. Mit einem hoffnungsvollen Blick der Erlösung schaut der Heilige auf einen Putto mit Krone in den Händen, der von links oben auf Bartholomäus zufliegt. Die Werke Parocaccinis weisen große stilistische Variationen auf. So zeigt die Bartholomäus-Darstellung, im Gegensatz zu idealisiert sinnlichen Gemälden, eine ergreifende und schockierende Ausführung des Martyriums (Limit 20.000,- €).

Für den Porzellanbereich konnten exquisite Stücke einer Londoner Privatsammlung akquiriert werden. Zudem wurden einige seltene Objekte des 18. und 19. Jahrhunderts zusammengetragen. Hervorzuheben ist unter anderem eine bedeutende und äußerst seltene Jugendstil-Kaminuhr von Hugo Cauer, welche für 8.000,- € aufgerufen wird. Mit der Darstellung des melancholisch ruhenden Genius der Zeit wurde die Uhr zur Weltausstellung 1900 in Paris entworfen und zeigt eine feine und fließende Formensprache.

Der Bereich der Möbel besticht unter anderem durch Werke bedeutender Ebenisten. Darunter findet sich ein signiertes und hochbedeutendes Meister-Buffet von Pierre Hache (1703-1776) aus Mahagoni und Palisander mit einer Marmorplatte. Hache stammt aus einem berühmten Familienatelier von Ebenisten in Grenoble des 18. Jahrhunderts und stand in den Diensten des Herzogs von Orléans. Dekoriert wurde das Möbelstück mit feiner Intarsienarbeit und allegorischen Darstellungen auf den beiden Türen.

Im gut bestückten Bereich der asiatischen Kunst kommen exquisite Stücke aus einer hessischen und einer nidersächsischen privatsammlung zum Aufruf. Unter anderem wird ein feiner Cloisonné-Weihrauchbrenner den Kunstliebhabern gehörig einheizen und die Sinne vernebeln. Das repräsentative und datierte Räuchergefäß ist auf drei Cloisonné-Füßen mit bronzenen Köpfen von Wächterlöwen platziert. Das bauchige Gefäß bezaubert durch feine polychrome Cloisonné-Arbeit mit Rankenmotiven. Der Deckel ist in feiner Durchbrucharbeit gefertigt (Limit 5.000,- €).

 

 

Vorbericht zur 68. Auktion:

SCHMUCK | JUWELEN & TASCHENUHREN

Samstag, 04. Juni 2016

 

Schmuckstücke wie ein Schmetterling im Sonnenschein

Zur diesjährigen Frühjahrsauktion bei Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf kommen rund 500 feinste Kostbarkeiten zu attraktiven Startpreisen zum Aufruf. Es locken insbesondere eine Vielzahl an hochkarätigen historischen Schmuckstücken, vor allem des Art-Déco sowie exklusive Sammlungen aus zwei Privatnachlässen und eines Juweliernachlasses. Hinzu kommen erlesene Uhren aus bekannten Häusern wie Rolex, Piaget, Cartier oder Longines.

In der großen Auswahl an Edelsteinen besticht ein Anhänger mit natürlichem Alexandrit, der mit seinem feinen Farbwechsel von yellowish-green zu brownish-pink den Frühlingsfarben wahre Konkurrenz macht. Mit einer beigefügten Expertise der deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) wird der traumhafte Anhänger für 1.000,- € aufgerufen.

Weiterhin strahlt ein Art-Déco-Ring mit natürlichem Saphir und Diamantbesatz um die Wette mit dem Himmelsblau. Die Schulterseiten und der Fassungsbogen sind fein durchbrochen gearbeitet und mit 12 Diamanten  besetzt. Die sehr feine Farbe und hohe Reinheit des Steins ist ebenfalls von der DSEF bestätigt (Limit 4.500,- €).

Von der modernen Sonnengelben Seite zeigt sich hingegen ein ausgefallener Design-Ring gestaltet von Björn Weckström für Lapponia. Auf einer polierten Schiene ist ein hochgezogener Kopf mit strukturiert gearbeitet Oberfläche gearbeitet (Limit 220,- €).

An einen wolkenweißen Traum erinnert ein feiner runder Art-Déco-Anhänger mit reichem Diamantbesatz. Die in Altschliff und Rosenschliff gearbeiteten Steine sind auf einer runden Grundform mit feinster Durchbruch- und Millegriffe-Arbeit kunstvoll zu einem eleganten Ornament arrangiert (Limit 1.200,- €).
Unter den Uhren sticht die limitierte Herrenarmbanduhr Ellipsocurvex Papillon von Daniel Roth hervor. Die Papillon vereinigt die hohen Ansprüche an Qualität und Technik der Marke Daniel Roth mit innovativem und unverkennbaren Design. Das erstmals 1999 zum 10 jährigen Jubiläum der Marke präsentierte Modell erhielt seinen Namen vom Profil der schmetterlingsflügelförmigen Träger. Die patentierte Uhr erschien in einer Auflage von nur 80 Stücken und wird für 20.000,- € angeboten.

 

 

Vorbericht zur 67. Auktion:

MODERNE & ZEITGENÖSSISCHE KUNST

Freitag, 03. Juni 2016

 

Pokerspiel um die Moderne

Hargesheimer Kunstauktionen Düsseldorf versteigert am 03. Juni eine vielfältige und hochwertige Offerte rund um moderne und zeitgenössische Kunstwerke.

Der Bereich der modernen Plastiken zeigt sich mit wahren Meisterwerken bestückt. Die Bronzefigur ‚Kleine Schauende‘ von Fritz Klimsch (1870-1960) ist eine feine Aktdarstellung einer jungen, auf dem Boden sitzenden Frau in leicht gedrehter Haltung. In der Figur zeigt sich die Inspiration durch die Lebendigkeit der Arbeiten Rodins (Limit 2.200,- €). Von Alfred Hrdlickas (1928-2009) Darstellung der Steinigung des heiligen Stephanus wird eine Ausfertigung aus der Auflage von nur zehn Exemplaren aufgerufen. Die dunkle Seite des menschlichen Handelns ist ein häufiges Thema in Hrdlickas Arbeiten. So zeigt diese reliefplastische, leicht abstrahierte Darstellung der religiösen Szene bereits in der rauen Oberfläche eine finstere Atmosphäre (Limit,- 5.000,- €).

Das moderne Kunsthandwerk trumpft mit leidenschaftlichen Werken auf. Relativ spät entdeckte Pablo Picasso (1881-1973) an der Côtes d’Azur zwei Leidenschaften für sich. Einerseits die Liebe seiner zweiten Frau Jacqueline Roche und andererseits die Liebe zur Keramik. Ab 1946 schuf der Künstler ein beeindruckendes keramisches Oeuvre, von denen drei meisterhafte Stücke in limitierter Auflage ihren Weg zu Hargesheimer gefunden haben (Limit 1.800-4.000,- €).

Nicht weniger leidenschaftlich und harmonisch komponierte Hans Mertens (1906-1944) in dem Gemälde ‚Kartenspieler‘ in klarer sachlicher Manier Elemente von Linien und Flächen. Der Maler zählt zu den zentralen Persönlichkeiten der Neuen Sachlichkeit und präsentiert uns in gedämpften Farben zwei konzentrierte Spieler am Pokertisch. Im Untergeschoss eines Hauses mit einer Flasche Wein auf dem Tisch scheinen sich die beiden an einem illegalen Spiel zu erfreuen. Im zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche Arbeiten des Künstlers zerstört, umso erfreulicher, dass dieses ausgereifte Werk der Neuen Sachlichkeit am 3. Juni angeboten wird (Limit 20.000,- €). Ob sich die Bieter in die Karten schauen lassen, wird sich zeigen.  
Entgegen der zwielichtigen Atmosphäre bei den Kartenspielern werden zwei farbenfrohe dreidimens