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1410REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG Auktion: 74-IV

REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG
REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG
REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG
REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG
REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG
REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG
Künstler:
LUDWIG PHILIPP STRACK
 
1761 Haina - 1836 Oldenburg
Titel:
REITER IN DER ELBLANDSCHAFT VOR HAMBURG
Technik:
Öl auf Leinwand, auf Holzplatte maroufliert
Maße:
62 x 93 cm

Limitpreis:
8.000,00 EUR


Zuschlag:
8.000,00 EUR






LUDWIG PHILIPP STRACK 1761 Haina - 1836 Oldenburg Reiter in der Elblandschaft vor Hamburg Öl auf Leinwand, auf Holzplatte maroufliert. 62 x 93 cm. Rahmen. ''Gutachten zu einer Landschaft vom Unterlauf der Elbe und der Silhouette Hamburgs in der Ferne von Ludwig Philipp Strack'' ''Das Gemälde ist mir durch Fotografien, auch zahlreiche Detailaufnahmen, bekannt. Es ist nicht signiert, trägt jedoch auf dem viel späteren Rahmen ein Metallschild 'Ludwog Strack 1761-1836'. Diese traditionelle Benennung trifft zu, was durch Stilvergleiche sowie die Einordnung in Stracks Biographie bestätigt werden kann. Strack, Schüler seines berühmten Onkels Johann Heinrich Tischbein d.Ä., wurde nach zwei Jahren Aufenthalt in Italien 1787 und 1789-1794 und anschließender Tätigkeit für den Kasseler Hof 1798 Hofmaler des Erbprinzes und späteren Herzogs Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg, der als Koadjutor des Bischofs von Lübeck 1776 in Eutin residierte. Als 1810 sein Land, mit Ausnahme des Fürstbistums, Lübeck annektierte, emigrierte er 1811 nach Russland. Im gleichen Jahr ließ sich Strack als freischaffender Künstler in Altona nieder und war von hier aus bis 1815 besonders für den Etatsrat und späteren Konferenzrat Georg Friedrich Baur, den reichsten Kaufmann Altonas, tätig. Dass im Hintergrund des Gemäldes Hamburg mit seinem alle anderen Türme überragenden charakteristischen Turm der Michaeliskirche zu sehen ist, kann nicht bezweifelt werden, wie z.B. eine Darstellung von Christoph Suhr von etwa 1830 belegt. Der Turm des 1805 abgerissenen Domes ist nicht mehr zu sehen, was eine Datierung des Bildes nach 1805 bestätigt. Die beste Kennerin von Strack, Silke Francksen-Liesenfeld, hat in ihrer Berliner Dissertation mit Werkverzeichnis Stracks rund 30 für Baur ausgeführte Gemälde nachgewiesen, von denen sechs noch in Privatbesitz befindliche eindeutig diesem Komplex zugeordnet werden können. Baur hatte von 1802 bis 1817 bei Blankenese elf Grundstücke erworben, auf denen er durh den französischen Gartenkünstler Joseph Jacques Ramée (1864-1842) einen zusammenhängenden Englischen Landschaftsgarten anlegen ließ. Dazu gehörten die aufgeschütteten Kanonenberge, von denen aus die einlaufenden Schiffe mit Böllerschüssen begrüßt wurden. Diese Berge sind rechts im Mittelgrund zu sehen. Im Vordergrund links bildet eine Gruppe von drei Reitern eine für Strack ungewöhnliche Staffage. Herausgehoben ist ein auf einem ruhig stehenden Schimmel in Seitenansicht sitzender, in dem wohl Georg Friedrich Baur zu sehen ist. Die innere Rahmung des Landschaftsausschnittes durch hohe Bäume, von denen links einer sich wie ein Baldachin über die Reiter neigt ist typisch für Stracks Art zu komponieren. Der weitläufige Landschaftspark Baurs ist heute noch in seinen Grundzügen zu erleben. (Helmut Börsch-Supan) Herzlich danken wir Herrn Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan für diese umfangreiche Einschätzung. Provenienz: Privatbesitz NRW.