Beschreibung
Hochbedeutendes und überaus seltenes museales tafelklavier 'matthias christian baumann' zweibrücken, wohl 1774 nussbaum, mahagoni, 63 tasten aus ebonisierten holz und rinderknochenauflage. h. 76, b. 170 t. 62 cm. signierung am resonanzboden nicht mehr vorhanden. rechteckkorpus mit abgerundeten seiten, auf vier achteckigen, abschraubbaren balusterbeinen, auf rollen, aufklappbar, hammerklavier, rechteckige form erinnert an einen tisch (tafel). außergewöhnliches seltenes und immensem historisches tafelklavier aus der werkstatt des berühmten pfälzischen klavierbauers christian baumann (1740-1818). dieses instrument datiert laut dendrochronologischem gutachten in das jahr 1774, eine schlüsselperiode in der entwicklung des hammerklaviers. baumanns arbeiten sind für ihre präzise handwerkskunst und ihren einzigartigen klangcharakter bekannt. matthias christian baumann war ein bedeutender deutscher klavierbauer und orgelbauer des 18. jahrhunderts. er wurde am 29. april 1740 in annweiler in der pfalz geboren und starb am 19. januar 1816 in zweibrücken. baumann entstammte einer pfälzischen orgelbauerfamilie und erlernte das handwerk in der väterlichen werkstatt. er erhielt 1766 das bürgerrecht in zweibrücken, wo er später den titel eines pfalz-zweibrückischen hoforgelbauers führte und war auch in nürnberg tätig. seine arbeit konzentrierte sich auf tafelklaviere (hammerflügel). baumanns instrumente waren bereits zu seinen lebzeiten hoch angesehen und ihr ruf reichte bis zur familie mozart. es ist belegt, dass wolfgang amadeus mozart auf mindestens zwei seiner tafelklaviere spielte. in einem brief von 1782 bat mozart seinen vater leopold sogar, ein instrument bei baumann in zweibrücken zu bestellen. die provenienz (laut einlieferer) des instruments ist ebenso faszinierend: es wurde 1986 in straßburg im haus des einflussreichen bankiers und freimaurers franck erworben, wo es über lange zeit auf dem speicher aufbewahrt wurde. archivrecherchen in straßburg belegen, dass sich wolfgang amadeus mozart während der zeit, in der das instrument in francks besitz war, bei seinem freund franck in straßburg aufhielt. diese enge verbindung zum persönlichen umfeld mozarts in einer entscheidenden schaffensphase verleiht diesem instrument einen historischen wert und macht es zu einem potenziellen sammlerstück für liebhaber und institutionen, die sich der geschichte mozarts und der tasteninstrumente des 18. jahrhunderts widmen. hervorzuheben sind mehrere eindeutig identifizierende organologische merkmale, die eine klare zuschreibung an christian baumann erlauben: im gegensatz zu zeitgleichen instrumenten besitzt dieses hammerklavier keine kniehebel, sondern verfügt über zwei getrennte handhebel zur dämpfung, jeweils links und rechts der klaviatur. die gabel der dämpfung ist konstruktiv zwischen den tasten h und c¹ angeordnet, ein in dieser form ausschließlich bei baumann-instrumenten belegtes merkmal. ein weiteres charakteristisches kennzeichen stellt die eigenständige form der schalllochöffnung dar, die sich deutlich von anderen süd- und mitteldeutschen instrumentenbauern des 18. jahrhunderts unterscheidet. die mechanik folgt der süddeutschen prellmechanik, weist jedoch ein für baumann typisches konstruktionsdetail auf: zwei eingeschraubte gewindestifte, jeweils mit einer holzkapsel versehen, wie in der fachliteratur dokumentiert (vgl. beurmann, nr. 106). weltweit sind nur acht instrumente dieses meisters bekannt. sieben davon befinden sich heute in öffentlichen sammlungen und museen: 1775 salzburg, 1776 knoxville tennese, 1775 bernard brauchli, 1777 sammlung beurmann, 1778 um sammlung beurmann, 1780 sweelink museum amsterdam, 1782 in zweibrücken, 1783 paris daniel piollet collction. das hier angebotene klavier ist das einzige, das sich noch in privatbesitz befindet. die authentizität wurde durch den renommierten experten graham wells (ehemals sotheby's/christie's) bestätigt. das dendrochronologische gutachten von dr. micha beuting weist die datierung auf 1774 nach. zusätzlich liegt eine schriftliche bestätigung des nachfahren von christian baumann, pfarrer dr. bernhard bonkhoff, vor. rest., ungestimmt, aufgearbeitet, part. best., min. anobienbefall (inaktiv). literatur: vgl. beurmann: nr. 106 in ''das buch vom klavier: die sammlung beurmann im museum für kunst und gewerbe in hamburg'', 2007, s. 40. expertise: graham wells, london, 2018 - dendrochronologisches gutachten dr. beuting, hamburg, 2013 - bestätigung von pfarrer dr. bonkhoff, nachfahre des klavierbauers christian baumann. provenienz: laut einlieferer ehemals im besitz der familie des straßburger bankiers und freimaurers franck, freund und förderer von wolfgang amadeus mozart. seit 1986 in privatbesitz.
Produktdetails
Weitere Informationen
Losnummer 2716
Kategorie – Technik Musikinstrumente

Los 2716:Hochbedeutendes und überaus seltenes museales tafelklavier 'matthias christian baumann'

Auf Lager
Startpreis:
500.000,00 €
Auktion beendet
Online-Auktionsübertragung
Internationaler Versand
Hohe Authentizitätsstandards
Regulierte und sichere Transaktionen